Das Thema Angst
Ein paar grundlegende Gedanken

Zunächst kann man sagen, dass Angst vor einer Zahnbehandlung durchaus etwas Verständliches ist und von Natur aus angelegt im Sinne einer Schutzfunktion. Es werden hier sehr ursprüngliche Strukturen angesprochen, die mit dem Hirnstamm in Verbindung stehen. Der Mensch ist in diesem Moment auf sehr grundsätzliche biologische Aspekte seines Wesens reduziert. Seine Zähne – ursprünglich auch eine Waffe gegen Angreifer – sind sozusagen außer Gefecht gesetzt, der Kopf nach hinten gelegt, der Hals wird wie bei einer Unterwerfungsgebärde gezeigt und es gibt keine Fluchtmöglichkeit. In einer Situation dieser Art kann sich der Mensch »ausgeliefert« fühlen und das wiederum kann Angst erzeugen. Diese Schilderung macht deutlich, warum das Thema Angst von sehr großer Tragweite ist, wenn es um unsere Zähne geht.

Es gibt zwei gute Nachrichten: Erstens sind Zahnärzte keine Feinde, die dem Menschen Schlechtes antun wollen, man sucht sie auf, um sich helfen zu lassen. Zweitens sind wir Menschen glücklicherweise keine Lebewesen, die – wie beispielsweise Reptilien – nur diesen einfachen biologischen Strukturen gehorchen müssen. Wir haben die Möglichkeit zu denken, über unsere Gefühle zu sprechen, Vertrauen zu finden in diejenigen, die uns helfen wollen und an die Kraft zu glauben, die uns im Inneren zur Verfügung steht.

Beim Erstkontakt in der Zahnarztpraxis besteht die Möglichkeit zu einem ausführlichen Gespräch. Es folgt die gemeinsame Planung der weiteren Vorgehensweise (also das Erarbeiten eines Konzepts) und ein Schritt-für-Schritt-Heranführen an die Behandlung.

Für eine entspannte Atmosphäre während der Behandlung kann Musik gehört werden, der Patient kann dazu auch gern seine eigenen Musik-CD's mitbringen. Es gibt während der Behandlung jederzeit die Möglichkeit, sich mitzuteilen, auf individuelle Bedürfnisse wird stets eingegangen. Der Patient wird unterstützt, Ängste zu äußern und abzubauen. Zusätzlich können bestimmte Muskelentspannungs-Techniken eingesetzt werden. Bei Angst vor Spritzen können begleitend homöopathische Mittel gegeben werden. Auch Akupunktur kann hilfreich sein (zum Beispiel bei Neigung zu Würgereiz).

Auch Patienten, die bisher eine Hemmschwelle hatten oder die seit langem nicht mehr gewagt haben, sich einem Zahnarzt anzuvertauen, bietet sich auf diese Weise eine Möglichkeit zum Wiedereinstieg.